Samstag, 8. September 2012

Eine Tasche für ein Handy

Vater betritt mit seiner Tochter das Mobilfunkfachgeschäft.
Sie stehen eine Weile vor der Zubehör-Wand mit den Handytaschen.
"Wir suchen eine Tasche."
"Für was für ein Gerät?"
"Für ein Handy."
"Ach so."

Dienstag, 4. September 2012

Man ruft sich ja selbst nicht an...

Ihr lieben Kunden,

wenn Ihr mal so eine richtig doofe Standard-Antwort einem Mobilfunkverkäufer* geben wollt. Und ihr wollt, dass der die Antwort auch bestimmt schon vorher kennt, weil schon 1.000 mal gehört, 1.000 mal hat´s ihn gestört...dumdideldum... Dann habe ich folgenden, ausgefallenen Vorschlag.
Nein, ich meine nicht den Gesprächsverlauf:
Verkäufer: "Kann ich Ihnen helfen?"
Kunde: "Mir ist nicht mehr zu helfen."
Wir sind ja lernfähig, diese Frage stellen wir wegen besagter Antwort nicht mehr. Führt ja zu nix.
Sondern antwortet auf die Frage nach Eurer Handynummer, und da fällt mit echt keine Alternativfrage ein, mit:
"Ach, die hab ich nicht im Kopf, man ruft sich ja so selten selbst an...hihi..."

Ich hab´s genau gesehen: alle ( Ex-)Mobilfunkkollegen haben jetzt mit den Augen gerollt!


*alternativ kann man, mit gleichem Ergebnis, die Antwort auch einer Mobilfunk(fach)verkäuferin geben.





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Dienstag, 28. August 2012

Erfindungen und ein Telefonat von 2001


Ich erinnere mich an ein Telefonat von 2001.
Vor 11 Jahren konnte man mit einem Handy noch nicht einmal MMS verschicken, nur das WAP, den quasi Vorgänger vom Internet auf dem Handy, wurde beworben. Hat aber glaube ich kein Kunde verstanden und war maximal von Nerds nutzbar, die hießen aber damals noch nicht so. Von einem Farbdisplay haben wir noch nicht einmal geträumt. Kamera im Handy? Was soll das denn, brauch´ ich nicht. Die aktuellsten Modelle in der Werbung waren Nokia 3310, 6210,Siemens s35 und c35. Und Superluxus: Nokia 8850 im "edlen Chrom-Design", 4 Spiele, Schieber über der Tastatur. 999,- DM mit Vertrag.

Jetzt also mein Telefonat von damals:
"Guten Tag, mein Name ist Orth, ich interessiere mich für ein Siemens-Handy.
Meine Frau hat mir davon erzählt. Das ist so ein Handy, das informiert einen, wenn man seinen Herd zu Hause nicht ausgemacht hat."
"Sie wollen jetzt aber nicht so ein Handy bei mir kaufen…?"
"Doch, doch, das ist kein Witz, Ich hab mir nämlich gedacht, wenn bei mir im  Garten das Licht angeht, weil ich da so einen Bewegungsmelder habe, dann könnte mich doch das Handy über Einbrecher informieren…?"
"Und wen soll das Handy informieren, wenn der Herd an geblieben ist? Kochen Sie oder Ihre Frau?"

Herr Orth war seiner Zeit weit voraus, ich denke ich sollte ihn mal wieder kontaktieren. Vermutlich hat er in seinem Hobbykeller inzwischen reihenweise APPs entwickelt. Die Rentner von heute beschäftigen sich nämlich nicht mehr mit profanen Laubsägearbeiten oder ihrer Modelleisenbahn.
Und wenn er heutzutage mit seiner Frau nach Hause kommt, ist das Essen schon fertig gekocht, weil er den Herd jetzt auch schon von unterwegs über seine neue APP ein-schalten kann.

Die ganze Idee von Herrn Orth beruhte wohl auf einem damals aktuellen e.on-Werbespot mit Götz George. Eine Werbung, die uns in Aussicht stellte, was in Zukunft mit Strom möglich sein könnte.

Wir erinnern uns:
Herr George war auf seinem Segelboot in der Karibik zu sehen. Und er demonstriert einem Freund, wie er die gesamte Stromversorgung in seinem Haus per Fernbedienung steuern kann. Rollläden hoch und runter, Licht an und aus in unterschiedlichen Räumen. Seine erstaunte Putzfrau, die es sich in diesem Moment in seinem Haus auf dem Bett gemütlich gemacht hatte, wird, da es sich um ein elektronisches Klappbett handelt, bei dieser Gelegenheit eingeklappt.

Und da war der Freund in der Karibik wohl sehr beeindruckt, was der Götz mit dieser Fernbedienung vermutlich so alles ein-, aus- und umschaltet. (Konnte er in der Karibik ja nicht sehen). Und das muss wiederum Frau Orth auch beschäftigt haben. Vielleicht weil sie keine Haushaltshilfe hat. Weiß man ja auch gar nicht, was die alles so alleine anstellen. Und das alles und ihre eigenen Gedanken hat Frau Orth dann wohl Herrn Orth erzählt...

Mittwoch, 22. August 2012

Ein besonders heißer Tag

Während ich gerade mit einem jungen Paar ein Vertragsgespräch führe, stellt ein sportlich gekleideter Herr um die 60, mit Fahrradhandschuhen, Fahrradhelm und Radlerhosen sein Fahrrad im Eingang des Ladens ab. Nicht davor, nicht im Laden, sondern im Eingang...freistehend auf dem integrierten Fahrradständer. Diese Handlung irritiert mich. Im weiteren Verlauf meines Verkaufsgesprächs schaut er ungeduldig meinen Kunden über die Schulter und um den Tresen herum.
"Vielleicht möchten Sie sich solange setzten" , versuche ich meine Kunden vor dem indiskreten Herren, der auf Aufmerksamkeit aus ist, zu retten.
"Nein, ich möchte vielleicht nicht sitzen."
Nun gut, meine Blicke sprechen vermutlich Bände und den Radfahrer verlässt die Geduld.
"Dann gehe ich eben wieder, wenn ich ihnen unsympathisch bin."

Eine weitere Kundin stellt sich zu meinem Kundenpaar an den Tresen und legt ihr Handy ab.
"Setzen Sie sich doch bitte solange, ich habe noch Kunden und kümmere mich gleich um Sie."

Keine Reaktion. Stattdessen klappert sie mit ihren langen Fingernägeln auf dem Tresen.
Meine Kollegin kommt hinzu, spricht sie an: "Wie kann ich Ihnen helfen?", wieder keine Reaktion. Dieser Kundin war offensichtlich auch nicht mehr zu helfen. In ihrem Handy wurde im Display die Aufforderung zur PIN-Eingabe angezeigt. Ihre PIN wusste sie nicht, ihre Telefonnummer auch nicht. Aber sie bestand darauf, dass alles mit ihrer vorgelegten Bankkarte zu lösen ist. Als weitere Erklärung gab sie an: "Ich wohnen schließlich da vorne!" Wegen unseres Unverständnisses verlässt sie laut schimpfend den Laden.

Und noch ein Kunde kommt in den Laden, sieht mich an und begrüßt mich freundlich: " Ach die Farben passen ja schön zu Ihrem Kleid!"
Wobei er eigentlich zum Ausdruck bringen wollte, dass die Farben meines Kleides zum Farbthema des Ladens passten. Naja, die Hitze. Alle irgendwie verwirrt. 
Das junge Pärchen verabschiedet sich, nach endlich vollbrachtem Vertrag, freundlich, nachsichtig mit den Worten:
"Wir wünschen Ihnen noch zurechnungsfähige Kundschaft".

Und meine Kollegin Frau G. aus N. ist schon am Nachmittag des Tages der Meinung, dass die nahegelegene psychiatrische Anstalt doch jetzt ihre Patienten alle mal wieder per GPS einsammeln könnte.

Dienstag, 21. August 2012

Do you speak english? 2.0.

Kundin: "Do you speak english?"
Mffv: "Yes."

Diesmal wird mir ein Handy mit schwedischer Software hingehalten, in dem irgendwelche Einstellungen falsch sind. Kann ich aber nicht lesen, hab bei Schwedisch im Englisch-Unterricht in der Schule nicht aufgepasst...

Samstag, 18. August 2012

Do you speak english?

Kunde: "Do you speak english?"
Mffv: "Yes."
Kunde: "Mc Donald`s?"

Na dafür hat sich die Schufterei in der Schule mit dem Englischunterricht doch gelohnt...

Mittwoch, 15. August 2012

Keine Schokolade oder die PIN ist 1234



Eine Kundin um die 60 betritt den Laden mit diesem debilen Grinsen, welches ausdrücken soll:  Bitte-helfen-Sie-mir-dafür-schenke-ich-Ihnen-auch-Schokolade, (oder vielleicht vergesse ich mein Vorhaben danach wieder, wenn man mal wieder alles für mich erledigt hat und ich nicht selbst denken musste.)

Kundin: "Ich habe meinen Akku letzte Woche bei Ihnen austauschen lassen, aber jetzt ist er schon wieder kaputt."

Mffv: "Wie macht sich das bemerkbar?"

Kundin: "Ich kann nicht telefonieren. Und bekomme keine Anrufe."

Ich versuche das Gerät einzuschalten.
"Wie lauter Ihre PIN?"

Kundin: "Die PIN lautet 1234."
Mffv: "Nee, stimmt nicht."
Kundin: "Doch. 1234."
Mffv: "Ok., ich mach nochmal konzentriert."
Kundin: "Es ist 1234!"
Mffv: "Nein, das kann nicht sein, das Gerät akzeptiert diese PIN nicht."
Kundin: "Doch. 1234."
Mffv: "Ich gebe die Zahlen jetzt noch einmal für Sie ein, und Sie sehen zu, aber nach dem 3. Versuch ist das Telefon gesperrt: 1-2-3-4. -Es ist einfach nicht 1234."
Kundin: "Doch."
Mffv: "Aber, jetzt ist das Telefon gesperrt."
Kundin: "Ist aber doch 1234."
Mffv: "Gut, dann brauchen wir jetzt den Entsperrcode."

Kundin: "Ach!... Jetzt seh` ich´s, das sind  ja alles die Unterlagen von meinem anderen Handy!!!"....

Ich suche mir den Entsperrcode bei unserem Netzbetreiber raus und schalte das Gerät ein.

Kundin: "Ach!... Jetzt geht es ja wieder, bei mir war die ganze Zeit der Bildschirm schwarz. Wie haben Sie das gemacht?"

Mffv: "Die rote Taste lange gedrückt, um das Telefon ein-zu-schalten."

Kundin: "Ach, wie dumm von mir, entschuldigen Sie bitte meine Dummheit, aber wissen Sie, wir sind mit solchen technischen Geräten nicht aufgewachsen..."

Mffv: "Schon ok, aber wenn Sie Ihre Kaffeemaschine das nächste Mal benutzen, müssen Sie dann auch daran denken, den Einschaltknopf zu drücken."

Schokolade gab´s jedenfalls keine.




Donnerstag, 9. August 2012

Schluckauf



Ich werde vom Kunden über seine Rahmenbedingungen informiert:
"Also, ich und meine Frau haben uns komittet ein iPhone G4 anzuschaffen. Alle weiteren Apple-Geräte wie iMac und MacBook sind bereits vorhanden. Wir sind also mit der usability vertraut. Wir haben bereits zwei Mobilfunkverträge. Ich bin der Heavy User von uns beiden. Das Iphone soll meine Frau bekommen. Das Internet auf dem Handy werden wir nicht extraterrestrisch nutzen, nur die Videofunktion. Wir werden damit in erster Linie unseren Sohn filmen und diese Filme wollen wir dann in bester Qualität auf den Mac spielen"

„Möchten Sie das iPhone 4S mit 16GB, 32GB oder 64GB?“

"Bei welchem Modell ist die Qualität der Videodarstellung am besten?- Das Kennwort lautet Buenos Aires. Mit blanc dazwischen. Das ist eine Stadt in Argentinien."

Mir werden im System die Kundendaten von Nicola  Norte-Eknitzke ( Name v.d. Red. geändert) angezeigt und ich besprechen mit ihm Tarife und Handypreis.

"Gut, das werde ich dann nochmal mit meiner Frau besprechen."

„Ja, und bringen Sie Ihre Frau oder eine entsprechende Vollmacht mit. Ich vermute Sie sind nicht Nicola.“

"Im Griechischen ist Nicola auch ein männlicher Vorname." -Herablassendes Lächeln.
„Gut, das können wir ja dann mit Ihrem Personalausweis abgleichen...“

Mist, ich hab vergessen zu fragen, welchen Beruf der Herr ausübt.
Und sorry, ich habe leider auch nicht für alle seine "Fachbegriffe" einen passenden! Link für Euch gefunden...

Aber jetzt kommt´s!
Der Herr hatte während des gesamten Gesprächs einen nicht enden wollenden Schluckauf.
Wenn ihr den Text jetzt noch einmal  mit "Hicks" lesen wollt, gekennzeichnet durch xxx. Und Euch nach jedem Hicks ein "Entschuldigung" denken wollt... Herrlich!

Sonntag, 5. August 2012

Handyguthaben für´s Patenkind

Mein 16-jähriges Patenkind ist zu Besuch, derweil seine Eltern verreist sind. Leider muss er viel für die Schule lernen. Wir sitzen zusammen und ich schreibe und lese meine Mails auf dem BlackBerry.

Patenkind:" Wollen wir mal der Mama schreiben, die antwortet immer."
Ich: "Was wollen wir ihr denn schreiben?"
Patenkind: "Das mein Handygeld alle ist."
Ich: "Und?"
Patenkind: "Ich sollte sie mal anrufen, kann ich aber nicht, ist nicht mehr genug drauf." 
Ich:" Hm, da sollte man dann wohl für so einen Fall auf ausreichend Reserve achten.
Kann ich ihr aber nicht schreiben, fällt sonst auf mich zurück. Weil ich Dir dein Handy nicht weggenommen hab, derweil Du für die Prüfung lernen sollst und Du vermutlich stattdessen alles Guthaben verballert hast."
Und die pädagogische Antwort der Mutter an mich:
"Da Du mir ja nicht geschrieben hast, und ich ja nun nicht weiß, dass sein Guthaben fast aufgebraucht ist, muss ich's wohl aufladen ;-))
Aber weist Du waaaas, er kommt mit dem Handy gar nicht ins www. Kanner also behalten :-)"
Also ich weiß nicht, ein fast 16-Jähriger, der kein Internetfähiges Handy hat, bei dem Beruf der Patentante…Fällt ja auch wieder auf mich zurück…
Kann jetzt jeder glauben was er will…


Donnerstag, 26. Juli 2012

Auf der Flucht vor meinen Kunden


Gestern habe ich mich vor meinen Kunden verdrückt.
Ich wollte mit meiner Mutter und meiner Schwester ins Theater.
Da ich die Karten vorbestellt hatte, habe ich sie gut eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse abgeholt.
Vor dem Theater ist ein Straßencafé. Dort sitzen Menschen mittleren Alters mit dem Ziel "Sehen und gesehen werden". Immer hübsch zwei Stühle an einem kleinen, runden Kaffeehaustischchen in ordentlichen Reihen hintereinander, alle mit Blick auf den "Boulevard". 
Schon als ich mit meiner Vespa ( in Kleid und Peeptoes) ankomme, fühle ich mich beobachtet, und zwar in dieser auffordernder Weise "Werden wir gesehen?". 
Nein, ich wollte sie nicht sehen. Irgendwie erinnerten mich ihre Blicke an:
"Helfen Sie mir, mein Handy ist verstellt!".
Deshalb setzte ich mich auch in die erste Reihe mit dem Rücken zu kulturell-interessiert-dreinschauenden, graumelierten Herren und Damen im Boulevard-Sommer-Kleid. Ich zog einen dritten Stuhl vom Nachbartisch heran, und  bestellte mir ein Bier. Natürlich waren meine beiden, für meine Familie reservierten Stühle in der 1. Reihe sehr beliebt. Und ich hatte etwas die Ordnung von pro Tisch zwei Stühle durcheinander gebracht.
Ein Paar steuert auf das Café zu, die Dame weist mit ihrer Handtasche Ihrem Mann den Tisch mit dem einen verbleibenden Stuhl zu und wendet sich resolut an mich:
"Können wir den Stuhl haben?"
"Nein...ich erwarte noch zwei Personen." 
Darauf folgt ein Blick der Art:
"Das Gesetz sagt, es ist nicht erlaubt für jemanden einen Parkplatz zu reservieren". 
Und um sich dafür Bestätigung zu holen, sagt sie vorwurfsvoll, mit schmalen Lippen zum Nachbartisch:
"Sie erwartet noch zwei Personen". Und an mich gerichtet: 
"Gut, dann gehen wir eben wieder!".
So, das hatte ich nun davon.

Dann kündigen wir eben!



Samstag, 14. Juli 2012

Na gut, es gibt doch Frauen, die eine Ahnung von Technik haben...


Und wissen, wie man sie nutzt...

Direkt aus dem dapd-Videokanal:
Ältere Menschen entdecken mehr und mehr die sozialen Netzwerke. Bei der Generation 50+ sind mehr als die Hälfte in mindestens einem Netzwerk vertreten. Marina Schlenzig ist Seniorin und leidenschaftliche "Facebookerin".
Ein Spot von Gunnar Baumann

Donnerstag, 12. Juli 2012

Und schon wieder keine Ahnung...



Kunde (männlich ca. 60 Jahre): "Sie haben keine Ahnung von Technik, oder?"
Die Mobilfunkfachverkäuferin: "Nö."
Kunde: "Es geht nämlich darum...."
Und es folgt ein langer Vortrag über die neue Software, die er sich für seine Navigationsapp auf sein iPhone gespielt hat, und auf das iPhone seiner Frau und nun funktioniert die GPS-Ortung nicht mehr aber bei seiner Frau doch. (Aber das mit der Ortung der Frau klappt schon noch, oder?)
Naja, und so weiter...Fragen über Fragen. Aber ich hab ja von sowas sowieso keine Ahnung. Was soll ICH denn da machen?


Ich sach ja, früher saßen die Männer in ihrem Hobbykeller...

Montag, 9. Juli 2012

Wenn ich groß bin...


Ein niedlicher, blondgelockter 7-Järiger kommt in den Laden, grüßt höflich und sieht sich mit professionellem Gesicht unterschiedliche Handys an.
Ich lese derweil die neuste Post des botschaftsangehoerigenangehoeriger . Er beschreibt dort wie man in Tokyo mit Kaugummis herausfindet wie ein  iPad schmeckt.
Da werde ich von dem kleinen Jungen angesprochen, der bis dahin immernochnicht von einer entnervten Mutter wieder aus dem Laden gezerrt wurde.
"Haben Sie auch das Handy, das meine Mutter hat?"
"Ich weiß ja nicht, was Deine Mutter für ein Handy hat." -Will mich wieder meiner Literatur zuwenden.
"Ein Galaxy S II."
Pädagogische Kinder-Abwehr-Antwort der Verkäuferin: "Jaaa, haben wir, möchtest Du eins kaufen?"
"Ja. Wenn ich groß bin, wenn ich so 80 bin."

Mittwoch, 27. Juni 2012

Erinnerung per Mail

Telefonische Vorbesprechung mit Herrn M. aus K., der in einigen Tagen einen Vertrag bei uns abschließen möchte. Der Kunde macht irgendwas mit Medien, ist iPhone-Besitzer und möchte seinen Mobilfunkanbieter wechseln.
Kunde: "Welche Unterlagen benötigen Sie von mir?"
MFFV: "Einen Personalausweis und die EC-Karte."
Kunde: "Können Sie mir das nochmal per Mail senden?"
MFFV: "Was jetzt, welche Unterlagen Sie benötigen?"
Kunde: "Ja, damit ich das nicht vergesse."

Mittwoch, 20. Juni 2012

Sagen Sie, haben Sie Ahnung von Handys?

Werden wir auch immer wieder gerne von Kunden gefragt.

Meine Lieblingsantwort von Kollegin Fr. K. aus F., hinter dem Tresen stehend, im Business Outfit und mit Namensschild:

"Nein, ich bin hier nur die Putzfrau..."

Samstag, 9. Juni 2012

Bärenjäger

Letztens kam ein Mann mit einem großen Hund, und ich meine einem wirklich großen, Hund in den Laden. Nein, es war umgekehrt, der Hund kam vorneweg mit Herrchen an der kurzen Leine. Schulterhöhe 90 cm, und mindestens 80 kg. Dazu langes dunkelbraunes bis grauschwarzes Haar und eine Löwenmähne. Der Hund, nicht der Mann. Eine massive Erscheinung! Und nicht sehr platzsparend. Dagegen haben die sanftmütigen Irischen Wolfshunde wesentlich weniger Volumen.
Zielstrebig gehen beide auf den Tresen zu, an dem allerdings gerade ein älteres Paar von meiner Kollegin beraten wird. Ängstlich drehen sie dem Hund den Rücken zu. Ich nehme zu dem Paar Blickkontakt auf und sie signalisieren mir, dass sie die Anwesenheit des Hundes beunruhigt. Ich bin nicht hundescheu, aber ich finde zu Recht.
Zum Hundebesitzer sage ich: "Entschuldigung, das mit dem Hund im Laden ist jetzt etwas ungünstig".
"Den kann ich nicht draußen lassen, der reißt sich sonst los". Na wie beruhigend...
Auch der Versuch, den Hund an der gegenüberliegenden Ecke des Ladens möglichst weit weg vom Tresen "abzulegen" scheiterte daran, dass der Hund wohl nicht recht verstand, was Herrchen von ihm will.
Auch beim nächsten Besuch dominierte der Hund dermaßen den Laden, dass sich keine weiteren Kunden hinein trauten.
Iss auch egal ob so ein Tier grundsätzlich friedlich steht oder liegt. Stehend guck der einfach mal bequem über den Tresen. Alternativ, am liebsten auf der Seite liegend, verbraucht er gut 3 qm.
Ich geh´ja auch nicht mit ´nem Esel in einem Laden einkaufen.
Ich erfuhr dann noch vom Hundebesitzer, dass es sich hierbei um eine spezielle Kreuzung aus Leonberger und Kaukase handelt.

Und er fügte noch hinzu, dass diese Hunde zur Bärenjagt eingesetzt werden...
Ja nee, ist klar, und gut, dass der Hund so genau weiß, was Herrchen von ihm will.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass er Bären und Menschen fehlerfrei auseinanderhalten kann. Gibt hier in der Stadt ja wenig Vergleichsmöglichkeiten für den Hund.

Samstag, 2. Juni 2012

Die Geißel der Menschheit

Meine Mutter und ich waren im Urlaub. Einen Tag machten wir einen Ausflug zu Fuß, um ein kleines, malerisches Dorf und im Anschluss eine kleine Badebucht zu besuchen. Wir danken an dieser Stelle Frau K. aus F. für den Tipp.
Am Nachmittag war ich mit einer Freundin, Frau P. aus UER, in einer anderen Ortschaft  zum Kaffee bei Frau K. aus SP verabredet. Zu diesem Zweck hatte ich ausnahmsweise mein Handy dabei. Im Urlaub lasse ich sonst mein Handy im Hotel und bin für meine Mitarbeiter und Mails nur morgens und abends erreichbar. Soll ja Urlaub sein und nicht Arbeit bei Sonnenschein am Meer. Kommt ja auch nur Sand zwischen die Blackberry-Tasten.
Meine Mutter und ich erreichen also nach einstündigem Fußmarsch endlich die fast einsame, herrliche Badebucht.
Klares, grünes Wasser, Stille, nur wenige Menschen, Kieselsteine statt Sandstrand am Ufer aber eine Holzbank, auf die meine Mutter erleichtert zusteuert. An Land liegen idyllisch einige bunte Fischer-Ruderboote.
Und schon kommt eine SMS wg. meiner Nachmittags-Verabredung. Unwillig beginne ich eine Antwort in mein Handy zu tippen, da man mit Frau P. leider, was weiss ich warum, nicht  telefonieren kann. Unsere Hintern schweben noch über der Bank, da steuerte ein rüstiger, ca. 70 jähriger Mann in klassischem Touristenoutfit (kurze Hose, buntes Hemd, Basecap) auf uns zu.
 "Moin!....Die Geißel der Menschheit!"
???
Mein Gehirn schlägt vor: Die Zeugen Jehovas? Aber nein:
Der Herr baut sich vor uns auf: "Handys sind die Geißel der Menschheit. Dieses dauernde SMS schreiben. Man sollte im Urlaub sein Handy nicht mitnehmen."
Ich: "Aber nicht, wenn ich im Ausland verabredet bin."
Muttern: " Aber nicht, wenn man Asthma hat."
Der Herr lässt sich nicht beirren: "Wir sind ja erst seit heute hier. Aber unser Sohn hat heute Hochzeitstag, da haben wir das Handy kurz mal angemacht und ihn angerufen. Aber dann haben wir es danach gleich wieder ausgeschaltet und im Tresor gelassen. Man will ja im Urlaub seine Ruhe haben und sich nicht von einem Handy tyrannisieren lassen."
Und wer rettet meine Ruhe vor tyrannischen, kontaktfreudigen alten Männern an einer einsamen Bucht?
Ungefragt setzte er sich neben mich auf die Bank, um mir weiter seine Predigt über die Tyrannei der Handys zu halten. Meine Mutter beginnt derweil  an meiner anderen Seite, sich auf der Bank  häuslich einzurichten und sich ihre Hose auszuziehen um Ihren Strandtag zu beginnen.
Ich versuche meine SMS zu beenden.
"Meine Frau hat mir ja auch ein Handy geschenkt, weil ich immer mit dem Boot draußen bin, wissen Sie, wir sind ja aus Norddeutschland. Ich nehme es auch immer mit raus, aber ich benutze das Handy trotzdem nicht. Ich will mich da ja erholen."
Ich schlage gedanklich die Hände über dem Kopf zusammen und sorge mich um meine Erholung.
"Entschuldigen Sie bitte, aber ich habe ein Mobilfunkgeschäft. Was Sie sagen, ist sicherlich alles korrekt, aber ich hoffe Sie haben Verständnis dafür, dass ich mich in meiner Freizeit nicht über dieses Thema unterhalten möchte."
Meine Mutter spannt ihren Regenschirm als Sonnenschutz auf und der Herr beugt sich stattdessen zu  meiner Mutter, (Ich sitze, wie gesagt in der Mitte) und wechselt ungerührt das Thema "Wir wohnen ja dort wo andere Urlaub machen und viel Geld dafür bezahlen."...
"Wo ist eigentlich ihre Frau?" frage ich ihn.
"Ach die sammelt da hinten Steine, das macht sie gerne. Hier werden nämlich blaue Steine angeschwemmt. Deswegen kommen hier auch extra Geologen her. Eine Geologin, die hier wohnt, hat das meiner Frau erzählt. Die Steine werden wie Bernstein an der Ostsee angeschwemmt. Und die Geologin kommt deshalb jeden Tag hierher."
"Und was sind das für Steine?"
Das weiß sie auch nicht.
Aha. Ich ziehe mich nun auch aus, um meinen Kopf lieber unter Wasser zu stecken und schnorcheln zu gehen. Vielen Dank an dieser Stelle an Frau A. aus HW für das Schnorchelequipment.
Grußlos und ohne uns eines Blickes zu würdigen erscheint, missmutig, seine Frau.
"Deine Füße sind schon ganz rot."
"Kann nicht sein", erwidert ihr Mann "ich hab sie ja eingecremt".
In der Hand hält sie tatsächlich zwei Steine, die weiss und bemerkenswert Lapislazuli-blau sind.
Ich mache mich auf die Suche am Strand und im Wasser. Und lasse meine Mutter mit der Plaudertasche alleine.
Tatsächlich finde ich wenig später, etwas abseits, auch zwei Steine mit etwas Türkis!!
Auf dem Weg zu meiner Mutter, um ihr meinen Fund zu zeigen, komme ich an einem der Fischerboote vorbei, die dort an Land liegen. Neben dem Boot liegen so viele türkise Steine, dass ich sie gar nicht alle hätte mit zwei Händen tragen können. Bei näherer Betrachtung haben die Steine dieselbe Farbe, wie das Holzboot. Und wenn man die Steine umdreht, sind sie nur von oben türkis, von unten sind sie hellgrau wie alle anderen...
Ich vermute es war nicht ein einziger Geologe wegen dieser angesprühten Steine in der Bucht. Meine Mutter könnte jetzt an dieser Stelle noch einiges aus dem Leben unseres Bankgenossen und seiner perfekten Enkel erzählen. Aber keine Sorge, ich hab` nix verpasst, sie hat mir alles beim Abendbrot erzählt. Ich bin froh, dass sie ihm nicht unsere Handynummern gegeben hat.

Moin. Und da bin ich auch schon wieder in meinem Geißelgeschäft zurück.
Hallo, Ihr lieben Kunden!

Dienstag, 15. Mai 2012

Stille Post

Das Schöne an unserer Sprache ist ja, man könnte im persönlichen Gespräch pro Aussage mehr als 140 Zeichen verwenden. Wird aber nicht gerne genutzt.
Tendenziell eher 30 Buchstaben. Daher kommt wohl auch den Erfolg von SMS und Twitter.
Satzeinsparungsmöglichkeiten werden konsequent beim Einstieg in ein Gespräch genutzt, in dem man  zur Begrüßung ein einfaches „Guten Tag“ oder "Hallo" weg lässt.
„Bitte“ ist auch ein völlig überbewertetes Wort, kurz vor dem Aussterben.

Daraus ergeben sich folgende, gängige "Gespräche":

-"Rechnung zahlen". - "Hmm".
-"Einmal 15 € aufladen".- "Gerne"

Ich habe eine Freundin, die war in ihrem früheren Leben Postbotin in einem kleinen Bezirk Namens Opherdicke (gesprochen: Op-Herdicke, nicht Opa-dicke).
Frau A. aus H., 17.180 Einwohner.
Damals, als die Briefe noch nicht elektronisch, sondern von den Postboten von Hand sortiert wurden, konnte ich ihr Postkarten von überall her schicken, nur mit Ihrem Vornamen, Postleitzahl und Ort. Ohne Angabe ihrer Straße und Hausnummer. Weil natürlich jeder Postmitarbeiter der ortsansässigen Post sie kannte. Das hat mich sehr fasziniert. Auch wenn der Enkel mal eine Postkarte an Oma Lindemann im Ort, ohne Adresse, geschickt hat, haben die Postboten Oma Lindemann irgendwie gefunden.
Ich habe dann mal ausprobiert wie weit man die Angaben reduzieren kann. Postkarte mit Angabe des Vornamens und der Postleitzahl, Briefmarke rauf und los. Und kam an!!!

Meine Kunden versuchen das mit mir auch oft:

"iPhone".

Kommt nicht so gut an.

Montag, 14. Mai 2012

Neuste Wortschöpfungen


Es hat sich im letzten Jahr technisch jede Menge getan im Mobilfunk.
Da kommen meine Kunden nicht immer alle so schnell mit und daraus ergeben sich jede Menge neuer Wortschöpfungen:

"Ich suche ein Table"  - gibt’s im Möbelladen
"Haben Sie auch Tabletts?" -gibt’s in der Haushaltswarenabteilung
(Tablet-PC)

Kennt jemand von Euch einen
-Touchstream,
-eine Playback-Karte,
-oder hat jemand einen Vertrag bei Vattafone?

-"Ich will kein nju tub auf meinem Handy" (YouTube)
-„Ich bin nämlich bei famebook“ (facebook)
-"Ich will ein Handy mit dem ich diese Quadrate, die es überall gibt, abfotografieren kann." (Bildcode Scanner)

Und ihr ahnt es sicher: Die Sims-Karten haben auch nichts mit dem namensgleichen Computer Spiel zu tun.

Und wir raten immer fleißig weiter Kundenwünsche...

Freitag, 11. Mai 2012

Völlige Funktionslosigkeit


Am Wochenende ist mein Blackberry zur völligen Funktionslosigkeit zusammengebrochen.
Mit Hilfe von Update, Backup, kompetenter Hilfestellung meines Lieblingsadministrators und diverser Hotlines, nach mysteriösen Vorfällen auf dem Display und in den Einstellungen, Verlust von Freunden, da ich nur noch die Rufnummern auf der Simkarte hatte, hat er gerade noch pünktlich die Kurve bekommen. Denn, große Gefahr!
Die ersten iPhone- Hüllen „Gameboy“, „Kassette“ und „Taschenrechner“ sind heute eingetroffen.
Beinahe wäre Blackberry der vermutlich letzte, tapfere Kunde von der Schippe gesprungen. Und alles nur wegen einer GummiHülle…


Montag, 7. Mai 2012

Mit dem Gameboy telefonieren



Zu meiner Zeit als Promoter vor ca. 14 Jahren arbeitete ich für E-plus, verkaufte besagte "Friesie-isie" Karten (Post vom 24.2.12) und hatte mein erstes Nokia 5110/5130 von 1998.

http://en.wikipedia.org/wiki/Nokia_5110

O.k., davor hatte ich schon ein grünes PT 11 und ein 1610 von 1996 ohne SMS Funktion (ja, wir hatten eine traurige Jugend...).

Zu Weihnachten arbeitete ich für Nintendo und hatte natürlich auch mein liebstes Spielzeug, einen Gameboy "Spezial Edition" in blau.

http://de.wikipedia.org/wiki/Game_Boy

Zu dieser Zeit brachte Nintendo für den Gameboy eine Art Kamera zum aufstecken heraus. Das ausgedruckte schwarz/weiß "Foto" auf Papier sah dann aus wie ein Briefmarken-großes Fax.
Jaha, sehr fortschrittlich.

http://de.wikipedia.org/wiki/Game_Boy_Camera

Und ich hatte einen "Sony Walkman" (für die Facebook-Generation: Kassettenrekorder in Hosentaschengröße, nicht Balkon-groß auf der Schulter und natürlich auch ohne "Ericsson").
Hey, voll technisch ausgerüstet für eine junge Frau damals!

Während ich also in irgendeinem Kaufhaus so rumpromotete, stellte ich mir vor, wie praktisch es doch wäre, wenn es all diese Geräte in einem gäbe. Kein Quatsch, ich hätte damals wirklich nicht geglaubt, dass das möglich ist... Und letzte Woche dann habe ich gesehen, dass mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist:

Eine junge Frau ging an mir vorbei und telefonierte in einen altmodischen, grauen Gameboy hinein! Und einen Tag später sah ich jemanden auf einem Oldtimer-Vespa-Treffen mit einer Tonträger-Kassette telefonieren...

Ich wollte ja nie ein iPhone. Aber nur damit geht das. Man braucht nur die passende Silicon-Hülle in Gameboy-Optik für die Rückseite und schon geht mein alter Wunsch in Erfüllung:
Ein Gameboy der alles kann. Herrlich oldshool. Sorry mein liebes Blackberry, aber Deine Grundform gibt das leider nicht her. Bestimmt gibt es auch eine App für "Snake", den alten Handy-Spiel-Klassiker von Nokia und "Donkey Kong" von Nintendo.
Vielleicht benutze ich dann ja damit doch mal heimlich das iPhone.

Ja, alle Hipster werden jetzt gelangweilt die Augen verdrehen, ihr kennt sie schon, aber ich hab die Hüllen trotzdem für meine Kunden bestellt. (Modell Taschenrechner gibt es auch.). Und seid man froh, ihr müsstet sonst  heutzutage den ganzen Klimbim einzeln in Euren Jutebeuteln mit Euch rum schleppen.



Freitag, 4. Mai 2012

Der direkte Draht zu Prinzessin Lillyfee



"Mama, was ist das?", fragt meine 4-jährige Nichte  ihre Mutter.
" Eine Telefonzelle."
"Und wozu ist die?"
"Da kann man jemanden mit anrufen."
Verständnisloser Blick der Tochter. Muttern denkt auch nach. Ja, wozu braucht man so etwas eigentlich  heute noch?
"Naja, also wenn man mal kein Handy mit hat, dann kann man damit jemanden anrufen."...

Ich vermute ja, meiner Nichte ist diese ominöse Gerätschaft nur aufgefallen, weil da so ein wunderschöner Pink-farbener Hörer dran ist. Und ich glaube, das ist eigentlich der direkte Draht zu Prinzessin Lillyfee. Das probieren wir demnächst mal aus...